Chronik

Auszüge aus der Chronik zum 25-jährigen Bestehen 1997

Die Anfänge

Im Sommer 1972 wurde der Weidener Kammerchor (WKc) auf Initiative von Karl-Heinz Malzer, der als Studienrat am Augustinus-Gymnasium wirkte, gegründet. Dazu fanden sich besonders leistungsbereite Sängerinnen und Sänger aus der Stadt Weiden und der Region (z.B. Pirk, Parkstein, Neustadt, Altenstadt, Windischeschenbach und Pressath) zusammen.
Von Anfang an legte Chorleiter Malzer auf eine gute Chorschulung großen Wert. Stimmbildung zu Beginn einer Probe gehörte ebenso zur Selbstverständlichkeit, wie das akribisch genaue Einstudieren jedes Chorwerkes. Dadurch wurde eine Basis geschaffen, Literatur mit hohem Anforderungsniveau singen zu können.
Dass zumindest in den Anfangsjahren im Gesamtrepertoire Kompositionen des in Weiden aufgewachsenen Komponisten Max Reger einen großen Anteil hatten ist schon allein durch den Hinweis auf Herkunft und Name des Chores genügend erklärt.
Pro Jahr wurde ein umfangreiches weltliches und geistliches Programm einstudiert. Namen wie Praetorius, Schütz, Bach, Brahms, Reger, Orff und Kodály zeigen die stilistische Vielfalt der erarbeiteten Programme.
Bereits bei den ersten Konzerten mit adventlicher und weihnachtlicher Musik aus alter und neuer Zeit in Kirchen der Umgebung, war in den Pressekritiken von „technischer Perfektion, hervorragender Chordisziplin, effektvoller Dynamik“die Rede.

Der WKc Mitglied im Fränkischen Sängerbund

Bereits im Herbst 1974 wurde der WKc Mitglied im Fränkischen Sängerbund (FSB) und damit auch in den Deutschen Sängerbund (DSB) eingegliedert. Durch die enge Zusammenarbeit Malzers mit der Organisation des Sängerkreises Nordoberpfalz als Untergliederung des FSB ergaben sich ständige Kontakte zu den Mitgliedschören, die in gemeinsamen Konzerten bei Kreissängertagen oder anderen Festveranstaltungen gepflegt wurden.
Nicht nur die „Konkurrenzsituation“ bei diesen gemeinsamen Konzerten, sondern die bewusste Teilnahme an leistungsorientierten Veranstaltungen des FSB wie chorpädagogischen Konzerten, Wertungssingen oder Leistungssingen brachte dem WKc bald den Titel „Leistungschor im FSB“ ein.

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Treue Chorarbeit wird belohnt

1982 wurde dem Chor zum 10-jährigen Bestehen und für hervorragende Verdienste um das Oberpfälzer Musikleben der Musikförderpreis des Bezirks Oberpfalz verliehen.

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Weidens Partnerstadt in Frankreich

Zu den Höhepunkten in all den Jahren zählen zwei Fahrten nach Issy-les-Moulineaux im Rahmen der Städtepartnerschaft. Im November 1976 gab der Kammerchor im Stadttheater von Issy ein dreistündiges Abendkonzert, das von verschiedenen Instrumentalisten mitgestaltet wurde.
Eine Weidener Delegation mit OB Hans Schröpf an der Spitze begleitete den Chor auch beim zweiten Gastspiel im Jahre 1990, bei dem ein Konzert im „Palais des Arts et des Congrés“ in Issy gegeben wurde.

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„Als kulturelle Abgesandte überzeugten die 42 Sängerinnen und Sänger des Weidener Kammerchores,“ war im Neuen Tag zu lesen.

Seitenbeginn

Neue Wege

1984 übernahm Peter Pollinger die musikalische Leitung. Der erste öffentliche Auftritt, ein Festkonzert zur Verleihung des Musikförderpreises an die Chorgemeinschaft Erbendorf-Wiesau bewies, dass der Chor seine Qualitäten nicht verloren hatte.
Schon bald verwirklichte der neue Chorleiter auch neue Ideen. Die Zusammenarbeit mit dem Schulchor des Augustinus-Gymnasiums, der auch unter Pollingers Leitung steht, ermöglichte große Chorwerke mit Orchester und Solisten einzustudieren.

Die Vereinsarbeit

Durch die Leistung der 37 Mitglieder im Gründungsjahr, die sich vorwiegend aus bestehenden Chören rekrutierten, und durch die Werbung in einem Informationsblatt wuchs die Mitgliederzahl des Chors durch eine Reihe begeisterter jugendlicher Sängerinnen und Sänger, die besonders in Stimmbildung und „Vom-Blatt-Singen“ unterrichtet wurden, rasch an.
Von Anfang an unterstützte Herr Heinrich Funke den Chorleiter Karl-Heinz Malzer bei der Organisation rund um das Vereinswesen. Die wachsenden Aufgaben ließen den Gedanken an die Gründung eines eingetragenen Vereins reifen, der endgültige Schritt dazu aber sollte noch etwas auf sich warten lassen. Zunächst wurde ein Chorausschuss, bestehend aus den Ehepaaren Funke und Malzer, den Herren Stark und Gabriel, sowie Frau Huber gebildet, der sich Vorstand und Kassier wählte und im Jahre 1978 eine Satzung entwarf.
Im Anschluss an eine Singstunde erfolgte 1979 per Akklamation zum ersten Mal die Wahl einer Vorstandschaft. Heinz Funke wurde zum Vorsitzenden, Josef Stark zum Kassenführer und Eva Huber zur Schriftführerin gewählt.
In der Jahreshauptversammlung 1983 zählte der Kammerchor 66 singende Mitglieder, mit einem beachtlichen Anteil von jungen Sängerinnen und Sängern (45 %) unter 27 Jahren, die einen Antrag auf Erweiterung der Vorstandschaft um einen Jugendvertreter und dessen Stellvertreter einbrachten. Diesem Antrag wurde in der Jahreshauptversammlung 1984 entsprochen. Noch im selben Jahr musste nach dem Chorleiterwechsel ein Teil der Vorstandschaft neu gewählt werden.
Bei den Vorstandschaftswahlen 1986 beantragte Heinz Funke die Erweiterung der Vorstandschaft um einen stellvertretenden Vorsitzenden.
Als der Vorsitzende Heinz Funke 1987 zurücktrat, wurden vorgezogene Neuwahlen durchgeführt. Bei der Jahreshauptversammlung 1988 wurde er in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Personelle Veränderungen im Chor sind zunächst einmal ein Zeichen für einen gesunden Regenerationsprozess innerhalb der Alterstruktur, andererseits aber ein ernst zu nehmendes Problem, das sich besonders stark bemerkbar macht, wenn in einer Singstimme plötzlich mehrere Sänger ausscheiden wie z.B. zum Jahreswechsel 1988/1989 wo der Chor den Verlust von 6 Bass-Stimmen verkraften musste.
Nach dem Rücktritt Josef Neubauers und der übrigen Führungsmitglieder 1995, wurde eine nahezu völlig neue Vorstandschaft mit Gerhard Huber als Vorsitzender mit der Vereinsführung betraut.
Mit dem Tod von Heinrich Funke im selben Jahr verlor der Weidener Kammerchor nicht nur den Ehrenvorsitzenden sondern auch das letzte Gründungsmitglied.

Im Gedenken an Herrn Heinrich Funke

Gründungsmitglied
Unterstützung des Chorleiters 1972 - 1979
Vorsitzender 1979 - 1987
Ehrenvorsitzender 1988 - 1995
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geb. 2. Januar 1917
gest. 25. September 1995

Neustrukturierung des Vereins 1996

Aufgrund der hohen finanziellen Belastungen durch Großprojekte, schien es der neuen Vorstandschaft insbesondere dem Vorsitzenden, der als Vertragspartner von Orchestern oder Solisten „mit dem Privatvermögen haftet“ ratsam, den Gedanken an eine Vereinseintragung wieder aufzugreifen. Nach eingehenden Beratungen mit Amtsgericht, Finanzamt und Bank entwarf Gerhard Huber eine neue Satzung und eine Geschäftsordnung. Die Entwürfe wurden allen Mitgliedern vorgestellt und in der Jahreshauptversammlung bzw. Gründungsversammlung am 8. Januar 1996 angenommen.
Die neue Rechtssituation erforderte die erneute Bestätigung der Mitgliedschaft, und wie es der Zufall will, gründeten den „e.V.“, wie 1972, wieder 37 Mitglieder und schenkten der bestehenden Vorstandschaft per Akklamation ihr Vertrauen.
Seit der Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Weiden am 19. Februar 1996 führt das Vereinslogo, das im Sommer 1995 entwickelt wurde, auch das „e.V.“ mit sich.

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In der Jahreshauptversammlung 1997 verkündete der Vorsitzende, dass der Weidener Kammerchor e.V. wieder wie vor der Eintragung 66 Mitglieder aufweist, die sich aus 63 singenden und 3 fördernden Mitgliedern zusammensetzen.

Ehrenmitglied

Aufgrund seiner uneingeschränkten Verdienste um den Weidener Kammerchor wurde der Oberbürgermeister der Stadt Weiden, Herr Hans Schröpf, im Rahmen des Festabends zum 25-jährigen Bestehen des Weidener Kammerchors 1997 als Ausdruck des Dankes für das jederzeit offene Ohr und die helfende Hand zum Ehrenmitglied ernannt.

Mitgliedschaft in anderen Vereinen und Verbänden

Für den Weidener Kammerchor war es schon von Anfang an ein Bedürfnis sich als Verein nicht zu isolieren. Bereits 1974 führte die Mitgliedschaft im Fränkischen Sängerbund und damit gleichzeitig im Deutschen Sängerbund zu einer engen Zusammenarbeit mit den Dachverbänden für das Chorwesen.
Das Sängermuseum des FSB in Feuchtwangen wurde durch die Beteiligung an einer Bausteinaktion 1988 unterstützt.
Als Mitglied im Verein zur Förderung des kulturellen Zentrums in Weiden seit 1988 unterstützte der Kammerchor diesen Verein durch die Beteiligung am Kauf von Bausteinen für die Stadthalle als Zentrum für Tagungen und Kongresse.
In der Gründungsversammlung des Stadtmarketingvereins „Pro Weiden“ 1996 wurde der Weidener als Gründungsmitglied aufgenommen.

Zukunftsaussichten

Der Verein sieht auch in Zukunft seine Aufgabe darin, möglichst viele Menschen, vor allem junge Menschen am Erlebnis „Singen“ teilhaben zu lassen. Er will Konzerte geben, die Chormusik auf möglichst ansprechendem Niveau präsentieren und die Sänger wie Publikum gleichermaßen interessieren und begeistern. Dabei soll kein Bereich ausgespart bleiben, der einem Chor Entfaltungsmöglichkeiten bietet. So plant der Chor ein Opernprojekt ebenso, wie die Aufführung großer Werke für Chor und Orchester, aber auch Konzerte mit A-cappella-Musik verschiedenster Epochen. Da die Vergangenheit gezeigt hat, dass die Zusammenarbeit mit professionellen Kräften das Leistungsvermögen der Nichtprofis erheblich steigert und beflügelt, soll auch in Zukunft diese Form der Zusammenarbeit gesucht werden. Dafür bittet der Verein weiterhin um die finanzielle Unterstützung öffentlicher und privater Hände. Er betrachtet es als Selbstverständlichkeit, die eigene Arbeit ehrenamtlich einzubringen, im Dienste der Musik und zur Freude aller, die am Chorgesang interessiert sind.


Choraufnahme 1989
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Choraufnahme 1994
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Choraufnahme 1997
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Choraufnahme 1997
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Choraufnahme 2009

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