Nittenau
| Titel: | Abschlusskonzert Max-Reger-Forum 2009 |
| Datum: | So, 17. Mai 2009 |
| Ort: | Rathausgarten, Nittenau |
| Zeit: | 16:00 Uhr |
| Veranstalter: | Max-Reger-Forum Leipzig 2009 |
Programm
Max Reger (1873 - 1916):
| 4 Volkslieder: | Gruß, Liebchens Bote, Untreue, Liebesqual |
| Chor: | Weidener Kammerchor |
| Leitung: | Peter Pollinger |
Max Reger (1873 - 1916) "Walzer op. 22 für Klavier zu vier Händen"
| Klavier: | Antje Bauer und Hye-Sun Lee |
Robert Schumann (1810 - 1856) "Zigeunerleben"
| Chor: | Weidener Kammerchor |
| Klavier: | Hye-Sun Lee |
| Leitung: | Peter Pollinger |
Johannes Brahms (1833 - 1897) "Ungarische Tänze für Klavier zu vier Händen, Heft 1"
| Klavier: | Antje Bauer und Hye-Sun Lee |
Johannes Brahms (1833 - 1897) "Zigeunerlieder op. 103"
| Chor: | Weidener Kammerchor |
| Klavier: | Hye-Sun Lee |
| Leitung: | Peter Pollinger |
Auf der Sonnenseite des Hofes standen die Sängerinnen und Sänger des Chores mit Leiter Peter Pollinger. Bild: apl
Der Neue Tag schrieb: "Walzerseligkeit und Zigeunerromantik"
Weidener Kammerchor gestaltet das Abschlusskonzert der Joseph-Loritz-Tage in Nittenau
Schwarze Gestalten in Reih und Glied an einer Gefängnismauer aufgestellt, nicht selten verweist diese Szenerie auf ein Drama mit letalem Ausgang. Doch dieses Mal täuschte der Anschein. Den ehemaligen Gefängnisgarten in Nittenau, wo das Abschlusskonzert der Joseph-Loritz-Tage stattfand, verließen die Damen und Herren des Weidener Kammerchors erhobenen Hauptes und recht vergnügt. Bleibt die Frage, warum man sich an einem sommerlichen Sonntagnachmittag in züchtiges Ganzkörperschwarz hüllt.
In gleißendes Sonnenlicht getaucht war der begrünte ehemalige Gefängnishof, dessen Mauern für eine erstaunlich gute Akustik sorgten und wohltuenden Schatten spendeten. Nicht allen Anwesenden. Auch nicht den schwarz gekleideten Chorsängern. Doch die bewiesen Oberpfälzer Durchstehvermögen und zeigten sich unter der Leitung von Peter Pollinger äußert diszipliniert beim Vortrag der Chorwerke von Max Reger, Robert Schumann und Johannes Brahms.
Schöne Klischees
Eine Auswahl aus Regers A-capella-Volkslied-Vertonungen eröffnete den musikalischen Nachmittag. Dem folgte mit Schumanns "Zigeunerleben" und den "Zigeunerliedern" von Johannes Brahms Zigeunerromantik des 19. Jahrhunderts. Texte, die unverhohlen vor Klischees triefende Bilder zeichnen. Musik, so zigeunerisch wie das Puszta-Schnitzel am Schnellimbiss. Trotzdem schön.
Vor allem die "Zigeunerlieder" von Johannes Brahms, der seine elf romantischen Stimmungsbilder, von Sentiment über Koketterie bis hin zu Pathos reichend, in herrlichen Melodienreichtum kleidete. Vom Weidener Kammerchor, um Präzision und interpretatorische Intensität bemüht, solide gemeistert.
Einziges Manko waren die Solo-Passagen der unterbesetzten und hörbar überforderten Tenorstimmen, um die man ernsthaft bangte. Sehr souverän gestaltete dagegen die Koreanerin Hye-Sun Lee den anspruchsvollen Klavierpart. Sie gefiel auch im Duo mit Antje Bauer: Beide sind aus der Klavierklasse von Festivalleiter Seibert hervorgegangen und gaben klanglich ausbalanciert, feinsinnig poetisch und mit nötigem Schmiss die "Ungarischen Tänze" (Heft 1) von Brahms und sechs Reger'sche "Walzer" (op. 22) zum Besten.