Turmfest
| Titel: | Turmfestmatinee im Rahmen der Max-Reger-Tage mit dem Oberpfälzer Waldverein |
| Datum: | So, 19. August 2007 |
| Ort: | Strobelhütte am Vierlingsturm, Weiden |
| Zeit: | 11:00 Uhr |
| Veranstalter: | Weidener-Max-Reger-Tage |
Ausführende:
| Sopran: | Beate Kiechle |
| Zither: | Regina Frank |
| Chor: | Weidener Kammerchor |
| Leitung: | Peter Pollinger |
Bild: Kunz
Der Neue Tag schrieb: "Die Vögel zwitschern mit"
Max-Reger-Tage "open air": Matinee auf dem Fischerberg hat ihren eigenen Charme
Weiden. (uz) Das Brutzeln der Steaks und Bratwürstln im Hintergrund mag vielleicht für den einen oder anderen als störend empfunden worden sein. Aber die Geräuschkulisse verlieh der Matinee auf dem Fischerberg am Sonntag die gewisse Patina alter Schellackplatten. Ein bisschen Rauschen, weg von der HiFi-Qualität, aber dafür passend in das Open-Air-Flair des Oberpfälzer Waldes.
Max Reger ist nun mal in die Zeit des Grammophons hineingeboren, wenngleich seine Musik unsterblich geworden ist. Knisternde Grillgeräusche gehören im Grunde genommen dazu. Die beiden Künstlerinnen Beate Kiechle und Regina Frank ließen sich jedenfalls nicht beirren. Als Zithermusik-Duo I Zeffiretti versetzte man sich in Liebesrausch. Da störten weder Vogelgezwitscher noch Zapfhahngeräusche.
Lieder als Abwechslung
"Awake, sweet Love" intonierte die gelernte Opernsängerin und ließ sich an der Zither von der gebürtigen Tirschenreutherin Regina Frank begleiten. Impresario Professor Kurt Seibert ist immer wieder stolz darauf, auch jungen Künstlern aus der Region eine Auftrittsmöglichkeit bei den Max-Reger-Tagen zu bieten. So hatte das Duo neben Liedern von John Dowland (1563 bis 1626) auch frisches Material von Robert Trunk ("So wahr die Sonne scheint") und Max Reger ausgearbeitet. Beides übereinstimmend "Schlichte Weisen". Reger selbst sorgte bei seinen sehr langen Konzerten immer wieder für Abwechslung, indem er kürzere Liedbeiträge einlegte.
Seine "Waldeinsamkeit" passte hervorragend in die Umgebung des Vierlingsturms. "Herzenstausch", ein "Minnelied" oder "Lutschenmäulchen". Damals durchaus für die Zuhörer mit viel Humor gesegnet, heute inhaltlich von der Zeit etwas überholt. Hingegen nach wie vor aktuell: Die "Lieder zur Klampfe". Keine von der Komposition her anspruchsvolle Songs, dafür Material mit politischer und gesellschaftlicher Sprengkraft. Immerhin standen Leute wie Hanns Eisler und Berthold Brecht hinter den Melodien und Texten. Musikwissenschaftler Stephan Uhlig hat zahlreiche Lieder der beiden bearbeitet und begleitete sich bei der etwas surrealistisch anmutenden "Legende vom toten Soldaten" selbst auf der Gitarre. Seine Bitte an die Zuhörer: "Glotzt nicht so romantisch. Es geht um den Weltfrieden."
Die Konzerteröffnung im großen Freiluftareal zwischen Turm und Strobelhütte gestalteten die Mitglieder des Weidener Kammerchores unter Leitung von Peter Pollinger mit den beiden Max-Reger-Stücken "Liebesqual" und "Untreu". Werktreu und mit großer Präzision sorgte der mächtige Klangkörper auch für den Schlussteil, als die ersten Wanderer zu mittäglicher Zeit eintrafen. Noch ein kurzer musikalischer "Gruß" nach Max Reger und das Büfett war eröffnet.