Duruflé-Requiem
| Titel: | Abschlusskonzert der Max-Reger-Tage |
| Datum: | Sa, 6. Oktober 2007 |
| Ort: | Klosterkirche St. Augustin, Weiden |
| Zeit: | 20:00 Uhr |
| Veranstalter: | Weidener-Max-Reger-Tage |
Ausführende:
| Mezzosopran: | Claudia Schneider |
| Bariton: | Tobias Scharfenberg |
| Violoncello: | Susanne Tscherbner |
| Orgel: | Prof. Franz Josef Stoiber |
| Chor: | Weidener Kammerchor |
| Leitung: | Peter Pollinger |
| Korrepetition der Proben: | Astrid Karl |
Werke:
Max Reger (1873 - 1916): Wachet auf, ruft uns die Stimme; Orgelsolo
Maurice Duruflé (1902 - 1986): Requiem (op. 9) für Chor und Orgel
Der Neue Tag schrieb: „Über 400 Besucher beim Abschlusskonzert der Max-Reger-Tage in St. Augustin in Weiden
Weiden. Aufbrüche, Umbrüche und Programme. Alles hat seine Zeit. Einen Umbruch in der neunjährigen Geschichte der Max-Reger-Tage Weiden stellt ohne Zweifel der Weggang von Festivalgründer Kurt Seibert dar. Vor neun Jahren erfolgreich aufgebrochen, frischen Wind in die Reger-Rezeption zu bringen, verabschiedete er sich nun mit Maurice Duruflé's "Requiem" vom Weidener Publikum.
Ein Programm, seit langem geplant, das auf schicksalhafte Weise seinen richtigen Zeitpunkt gefunden hat. Geplant in Zeiten, als man noch nichts ahnte vom finalen Paukenschlag kurz vor Saisonende. Die Zuschauerzahlen sprachen noch einmal in beeindruckender Weise für den langjährigen Festivalleiter.
Über 400 Besucher füllten die Kirche St. Augustin. Würdiger wie stimmungsvoller Rahmen für diesen besonderen Konzertabend, den Franz-Josef Stoiber mit Max Regers Choralfantasie "Wachet auf, ruft uns die Stimme" eröffnete.
Versierter Reger-Interpret
Zum wiederholten Male zeigte sich der Regensburger Domorganist in Weiden als versierter Reger-Interpret. Vertraut mit den klanglichen Möglichkeiten der historischen Weise-Orgel setzte er auf deren Farbreichtum. Türmte zu Beginn düster gefärbte Akkorde übereinander, zeichnete markig die Choralthemen im Pedal und schloss mit klar artikulierter und registrierter Fugenarbeit.
Höhepunkt des Abends war das 1947 uraufgeführte "Requiem" (op. 9) des französischen Komponisten Maurice Duruflé, das an diesem Abend in der Besetzung für Solisten, Chor und Orgel solo erklang.
Eine ansprechende, Zeitlosigkeit symbolisierende Mischung aus Gregorianik und Moderne, dessen immerwährendes Fließen von Melos und Rhythmus, klanglich der französischen Tradition verhaftet, seine Wirkung beim Publikum nicht verfehlt. Hauptanteil am Gelingen trug der Kammerchor Weiden, der sowohl mit schlank geführtem Chorklang, als auch mit sich mühelos entfaltender, von der Akustik der Augustin-Kirche herrlich getragener Klangfülle ("Dies irae") aufwartete.
Schlüssige Interpretation
Sorgfältige Differenzierung der unterschiedlichen Klangsphären durch Chorleiter Pollinger sowie Franz-Josef Stoibers farbig differenziertes Orgelspiel sorgten für eine schlüssige und abwechslungsreiche Interpretation. Unaufdringlich, mit Wärme und meditativer Ruhe spannten die Solisten Tobias Scharfenberg (Bariton) und Claudia Schneider (Mezzosopran) ihre weit ausschweifenden, melodischen Bögen. Anrührendster Moment des Abends, das "Pie Jesu". Ein ergreifend schönes Dialogisieren zwischen Violoncello (Susanne Tscherbner mit feinfühlig unprätentiösem Spiel) und Sopranstimme.