Carmina Burana

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Titel: Carmina Burana
Datum: So, 6. Juli 2008
Ort: Bushalle Fa. Wies, Weiden
Zeit: 20:00 Uhr
Veranstalter: Weidener Kammerchor

Ausführende:

Sopran: Anke Endres
Tenor: Andreas F. Weller
Bariton: Gabriel Urrutia
Klavier: Hyesook Kim
Naoko Marutani
Würzburger Percussion-Ensemble: Daniel Stollsteimer, Vibraphone-Solo
Christoph Hoffmann
Andreas Horst
Peter Jakubowicz
Jie-Goo Lee
Johannes Hornberger
Prof. Mark Christopher Lutz, Pauken und Leitung
Chor: Chöre des Augustinus-Gymnasiums Weiden
Weidener Kammerchor
Leitung: Peter Pollinger
Korrepetition der Proben: Astrid Karl

Werke:

Ney Rosauro (*1952): Konzert für Vibraphon & Percussion-Ensemble

Carl Orff (1895 - 1982): "Carmina Burana"

Der Neue Tag schrieb:

Mitreißende Kultur aus der Region: Gewaltige „Carmina Burana“ kraftvoll interpretiert

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Bild: Wilck
Weiden. (cf) Welch ein fulminanter Hörgenuss! Kraftvoll und dynamisch - dennoch mit Leichtigkeit und genialen Tempi-Dosierungen - kleidete der Weidener Kammerchor Carl Orffs „Carmina Burana“ in ein großartiges, farbiges Klanggwand. Die mehr als 1100 Besucher zeigten sich hingerissen von der schwungvollen, frischen Interpretation dieses monumentalen Chorwerks. Der Kammerchor - unterstützt vom Schülerchor des Augustinus-Gymnasiums, bekannten Solisten und einem Percussions-Ensemble aus Würzburg - verzauberte die Betriebshalle des Busunternehmens Wies für zwei Stunden in einen Konzertsaal. Chorleiter Peter Pollinger studierte die „Carmina Burana“ mit leidenschaftlicher Hingabe und versiertem Gespür ein. Die Zuhörer dankten mit begeistertem Beifall.

Anastasia Poscharsky-Ziegler schrieb:

800 Jahre und kein bisschen müde

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Bild: Wilck
Weidener Kammerchor bietet „Carmina Burana“ in der Bushalle - 1100 Besucher von Leistung überwältigt
Eine Heerschar von 270 Mitwirkenden dirigierte Studiendirektor Peter Pollinger (links) in der Bushalle Wies vor über 1100 Besuchern durch Carl Orffs „Carmina Burana“ und setzte somit einen neuen Meilenstein im Weidener Kulturleben.

Weiden. Fortuna meinte es gut am Sonntagabend mit den 1100 Weidener Musikfreunden in der Bushalle Wies: Carl Orffs „Carmina Burana“ wurde mit ihren 800 Jahre alten Liebes- und Trinkliedern auf Mittellatein und Mittelhochdeutsch ohne eine Spur von Müdigkeit oder dem Staub der Geschichte frisch und vital unter Stabführung von Studiendirektor Peter Pollinger dargestellt.

Bushalle als Konzertsaal

Im Vorfeld hatte eine zwanzigköpfige Technikergruppe mit Oberstudienrat Thomas Kreuzer die gepflegte Bushalle per Bühne, Beleuchtung und Tonanlage in einen Konzertsaal verwandelt, der Austragungsort einer Sternstunde des Weidener Musiklebens werden sollte.
Als Ouvertüre gab es zunächst eine exotische Rarität zu genießen: das siebenköpfige Würzburger Percussion-Ensemble (Leitung: Professor Mark Christopher Lutz) stellte das zeitgenössische Konzert für Vibraphon und Schlagzeug des Brasilianers Ney Rosauros vor, der selbst auch aus der Würzburger Schlagzeuger-Schmiede stammt. Mit dem Solisten Daniel Stollsteimer schilderten drei Sätze südamerikanische Ansichten: den pulsierenden Kampf gegen die Armut, das in den Schlafdämmern eines Kindes, und den artistischen Abendflug der Möwen am Strand von Ipanema.
Danach marschierte zur Schlagzeuggruppe und den Konzertpianistinnen Naoko Marutani und Hye-Sook Kim (die durch die Max-Reger-Tage bekannt sind) eine unübersehbare Heerschar von Weidener Gesangstalenten für das beliebteste aller Orff-Werke auf, das noch heute vielen Werbeagenturen immer wieder als unübertreffliches Nonplusultra gilt um ihre Artikel (vom Auto bis zur Schokolade) unters Volk zu bringen. Warum? Weil der rahmenbildende Eingangs- und Schlusschor „Fortuna imperatrix mundi“ eine unwiderstehliche Wucht hat und jedem Hörer tief unter die Haut geht.

Deutliches Dirigat

Carmina-Anfänger lieben zunächst nur den Fortuna-Hymnus. Kenner schätzen mit der Zeit auch die deftigen Texte, die zart-strahlende Frühlingslyrik, die lebensechten Trink- und Liebeslieder. Vor allem, wenn sie rhythmisch so präzise und so lebendig dynamisch wiedergegeben werden wie von den Sängern Peter Pollingers.
Alle Lagen zeigten sich leichtgängig, textverständlich und rassig. Da stockte nichts, da stimmte die Intonation, da war immer alles im Fluss - immer gelenkt vom agilen und deutlichen Dirigat des Chorleiters und Trägers der Max-Reger-Medaille. Ein Extralob gilt der stimmlich hervorragenden Tenorfraktion. Die Pianistinnen waren an den zwei Flügeln gut zu vernehmen und zeichneten betörend schön den prangenden Frühlingswald.
Glanzlichter über das solide Können der 250 geschulten Laiensängerinnen und -sänger setzten drei hervorragende Oratoriensänger, die den Inhalt leicht szenisch unterstrichen. Den größten Part hatte Bariton Gabriel Urrutia Benet zu übernehmen: Mit verehrender Weichheit in der Stimme sang er „Alles macht die Sonne mild“, haderte mürrisch als Abt mit seinem Trinkerschicksal und präsentierte die Weite seines beneidenswert breit gefächerten Stimmregisters mit Liebeskummer bei „Tag und Nacht und alle Dinge“.
Barfuß, kleidungsmäßig „abgebrannt“ und durch den Augustinus- Unterstufenchor auf das Podest stolpernd, präsentierte Countertenor Andreas Weller den skurrilen Gesang des gebratenen Schwanes als humoristischen Höhepunkt. Mit Eleganz und Anmut, stimmlich hinreißend disponiert mit glockenhellem Klang bis in höchste Höhen („Dulcissime!“), erfreute die Sopranistin Anke Endres bei „Amor fliegt überall“ und als liebende Helena mit ihrem Bariton Banziflor, mit viel Geklapper und Geklingel der Schlagwerkgruppe, bevor der Hymnus den Kreis schloss.

Zehnminütiger Applaus

Kurz nach dem Finalton brach Jubel los, und obwohl das Oberpfälzer Publikum gemeinhin nicht leicht aus den Sitzen zu bekommen ist, erhoben sich die Zuschauer schon nach wenigen Sekunden und spendeten über ganze zehn Minuten den verdienten rauschenden Applaus. Bravissimi!