Weihnachtliches Konzert in Runding
- Veranstalter:
- Burgfreunde Runding und die Pfarrgemeinde als Auftakt zum 7. Orgeltriduum
- Titel:
- Weihnachtliches Konzert
- Datum:
- 26. Dezember 2004 um 16:00 Uhr
- Ort:
- Pfarrkirche St. Andreas Runding
- Ausführende:
- Weidener Kammerchor
- Ruth Spitzenberger, Orgel
Über den Chor schrieb das Bayerwald-Echo:
Nicht enden wollender Applaus für Weidener Kammerchor und Ruth Spitzenberger zum Auftakt des 7. Orgeltriduums
Größtmögliche Homogenität
Kaum enden wollte der Schlussapplaus der beachtlichen Besucherschar nach einem für alle äußerst befriedigenden Konzertverlauf. Vierzig Sängerinnen zählt der Weidener Kammerchor mit Peter Pollinger an der Spitze. Sein Klangbild ist, gemessen an der Besetzung (26 Frauenstimmen, 14 Männerstimmen) von größtmöglicher Homogenität geprägt. Zurückhaltung Einzelner zu Gunsten des Gesamtergebnisses ist hier zum Prinzip erhoben. Wenn vielleicht doch einmal eine einzelne Stimmen herauszuhören sind, so scheint das durchaus beabsichtigt - und wirkt sicherlich auch so.
Was auch sehr anregend bei dem Programm wirkte, war die Vielzahl an zeitgenössischen Sätzen, ohne dass etwa die Tradition der Chor-Romantik oder des Frühbarock vernachlässigt wurde. Das lässt sich nur mit einem engagierten, disziplinierten und fleißigen Chor darstellen, wie es der aus Weiden sicherlich ist. Auch fügt sich ein solches Repertoire nahtlos in das moderne Ambiente des weitläufigen Kirchenrunds von St. Andreas ein.
Einer Motette aus dem 16. Jahrhundert („Nun schein du Glanz der Herrlichkeit“ von di Lasso-Schüler Leonhard Lechner, 1553-1606) folgte ein berückend schwebendes „Maria durch ein Dornwald ging“ in einem Satz von Gottfried Wolters, der die Grundtugenden des Chores deutlich machte: Äußerste Konzentration und Disziplin und Transparenz quer durch die Lagen. Das Vorhaben, kontrastreich zu agieren, war nicht im einzelnen Stück selbst verwirklicht - wenigstens hier nicht - sondern eher in der Gegenüberstellung und der Reihenfolge des Programmes. Einem romantischen Rheinberger ließ man ein „Laudate dominum“ von Franz Kastt folgen, das wie Glockengeläut die Register durch den Raum schweben ließ, ineinander übergehend, sich ergänzend, addierend. Hier werden wohl etliche Besucher inwendig Beifall geklatscht haben. Diesem wiederum folgte ein filigranes „Es ist ein Ros entsprungen“, gesetzt von Hugo Distler (1908-1942), einem der wichtigsten Kompositeure zeitgenössischer Sakralmusik des vergangenen Jahrhunderts.
Selbstverständlich trug man auch dem großen Sohn der Oberpfalz, Max Reger, mit zwei seiner bekanntesten Chorwerke Rechnung, bei denen die Nr. 4 aus Op. 138 besondere Anforderungen setzte. Schwierig, den 4-stimmigen Satz zum 6-stimmigen hin zu steigern, ohne „an den Außenseiten“ hierfür die Idealstärke verfügbar zu haben.
Eine weite Gesangsreise
Im zweiten Teil begab man sich auf eine weite Gesangsreise quer durch die Folklore der Völker: Schön dynamisch der israelitische Segensgruß „Osseh shalom“, und das für ein Schlafliedchen aus dem Tessin ganz schön aufgeweckte „Dormi, dormi bei Bambin“. So angeregt, hätten die Kleinen sicher eher das Mittanzen bevorzugt als süßen Schlummer. Beruhigend und an traute Abende am knisternden Kaminfeuer mochte da „Jul, jul, strahlande jul“ erinnern. Das schwedische Weihnachtslied hat in der Fassung des Weidener Kammerchores eine derart heimelige und einhüllende Ausstrahlung, dass es sich als Zugabe als probat erwies. Fast so etwas wie „schwarzes Feeling“ stellte sich beim abschließenden Gospel-Spiritual Block ein, mit dem so richtig Bewegung in die Reihen kam: Wirkungsvoll akzentuiert und die Synkopen reichlich auskostend war das noch einmal ein temperamentvoller Höhepunkt nach einer guten Stunde intensiver Harmonie.
Bilder: Franz Amberger