Dido und Äneas

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Besetzung

Titel:
„Dido and Aeneas“
Das neue Weidener Opernprojekt
Henry Purcell (1669 - 1695) : Dido and Aeneas
Astor Piazzolla (1921 - 1992): Preludio-Fuga-Loving-Introducción al Angel
Aufführungen:
27. und 28. April 2001 jeweils um 20:00 Uhr
Ort:
Gustl-Lang-Saal, Max-Reger-Halle, Weiden
Ausführende:
Dido:
Regina Klepper
Belinda:
Kumiko Koike
Äneas:
Christian Hilz
Zauberin:
Edith Maria Breuer
1. Hexe / Zerimonienmeister:
Constance Heller
2. Hexe:
Chrstiane Bassek
Höflinge, Hexen, Seeleute:
Weidener Kammerchor
Tangoszenrie:
Spiel-Ensemble „Piazzolla“
Orchester:
Barockorchester LA BEATA OLANDA
Regie:
Dieter E.Neuhaus
Musikalische Leitung:
Peter Pollinger
Regieassistenz:
Albert Sperber
Korrepetition der Proben:
Jutta Kürzl, Ralf Waldner
Ausstattung:
Gerhard Huber, Adolf Brunner
Maske:
Andrea Ferri

Zur Inszenierung von Dieter E. Neuhaus

I. Eine ungewöhnliche Dramaturgie bestimmt die Gestaltung des Opernprojekts „Dido und Aeneas“. Es begegnen sich alte und neue Musik, gespielt auf historischen und heutigen Instrumenten. Eine antike Liebestragödie mit welthistorischen Dimensionen verwandelt sich in der Oper des barocken Komponisten Henry Purcell in ein geradlinigeinfaches, in der Darstellung der Gefühle tief berührendes Spiel um die Liebe und das Glück, um Macht und Zerstörung. Die Tangomusik von Astor Piazzolla schafft eine andere Ebene und lässt die Liebe und das Leben faszinierend dynamisch und aufwühlend und ganz gegenwärtig sein.

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II.: Wie im antiken Theater kennzeichnet die kreisrunde Spielfläche den jeweiligen Ort des Geschehens, ist erst Palast, dann Hexenkreis, freie Natur und schließlich Meeresgestade. Wie im barocken Theater gibt es eine übergeordnete Welt, von der aus die Geschicke und das Handeln der Menschen beeinflusst werden. Doch es erscheinen nicht Götter, Nymphen und barockes Schäferspiel: Piazzollas Musik bestimmt dieses Reich und lässt die in der Opernhandlung wirkenden menschlichen Gefühle und Verhaltensweisen sich ganz allegorisch in einfachen Bildern und Geschehnissen darstellen. III.: Wie bei „Orfeo ed Euridice“, dem ersten Opernprojekt des Weidener Kammerchors entstand auch jetzt wieder durch das große Engagement und den unglaublichen persönlichen Einsatz von Chorvorstand und Chorleitung eine Aufführung, die ihren Reiz und ihre Vitalität gewinnt aus der Bereitschaft, Neugier und Phantasie aller Beteiligten, im begrenzten Rahmen von Zeit und Mitteln etwas Ungewöhnliches zu wagen und kennen zu lernen. Der Neue Tag schrieb: „Liebestangos, Veitstänze und Hofreigen“ Weidens Opernprojekt „Dido and Aeneas“ lebthaft gefeiert. Weidens zweites, von vielen starken Schultern getragenes, englisches Opernprojekt überzeugt als ein Fest der Farben und Sinne, als Flut von akustischen und optischen Impressionen. ... darum passten auch die vier Tangos von Astor piazzolla kongenial zu den im Barockzeitalter durchaus üblichen eingespielten allegorischen Zwischenszenen. ... Hinreißend wusste der Weidener Kammerchor zu begeistern, von dem man nicht zu sagen weiß, ob die Mitglieder nun besser spielen, tanzen oder singen: ob als eleganter Hofstaat, als teuflische Hexenbrut, furiose Furien oder derbe Seemänner - dieses Ensemble steht nicht hölzern in der Gegend herum, sondern agiert hingebungsvoll und fließend, unterstreicht die inneren Regungen der Solisten stark und deutlich. ... der Ideenstifter des Projekts Peter Pollinger, hielt mit seinem hochkonzentrierten und fleißigen dirigat alle Beteiligten perfekt zusammen. Mit ausdauerndem sechsminütigen Applaus und Ovationen feirte Weiden nicht nur die Liebe, sondern vor allem die Künstler, die heimischen musischen Talente - und ein bisschen auch sich selbst - für ein Glanzlicht im Kulturjahr der Stadt. Nicht importiert, sondern selbst kreiert..

Im Oberpfälzer war zu lesen: „Das Opernprojekt ist absolut gelungen“ Beifallsstürme für herausragende Kammerchor-Aufführung von „Dido und Aeneas“. ... Aber auch der Realismus des Hexenchores mit seinem schaurigen Gelächter sowie der Furientanz vereinigten Shakespearische Dramatik mit Cavallis oder Cestis Musikpatos. ... erwies sich alles das, womit die interpretierenden Kräfte aufzuwarten wussten, in jeder Hinsicht als absolut lupenrein, - seien es die Leistungen des prächtigen Weidener Kammerchores, des Ensembles „Piazzolla“, wie auch der gesanglich-solistischen Darsteller... Was schließlich Dieter E. Neuhaus als Regisseur und Peter Pollinger als souveränen musikalischen Leiter anbelangt, so bekennt der Rezensent ganz offen, dass es ihm schwer fällt, hier eine angemessene Würdigung zu artikulieren. ... Das sich zum großen Teil aus Jugendlichen zusammensetzende Publikum spendete nicht endenwollenden Beifall.

Vorbereitung Chor und Solisten:

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Vorbereitung "Ensemble Piazzolla":

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Die Handlung

Tango: Preludio

Mit der Musik von Astor Piazzolla öffnet sich das „Reich der Allegorien“: Menschen erstreben Macht, Menschen üben Gewalt, Menschen erleiden Angst...

Ideologie - Medizin- Wissenschaft
Missbrauch der Macht

Ausgebeutete - Potentaten - Raubtiere

Tauschhandel - Habgier/Raub - Mordauftrag

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I. Akt:

Palast von Karthago

Nachdem Troja in blutigem Krieg zerstört worden war, bestimmte Zeus den trojanischen Prinzen Aeneas, in Italien ein neues Reich zu begründen. Doch ein Sturm lässt ihn an der Küste Karthagos stranden. Dort verliebt er sich in die verwitwete Königin Dido. Fasziniert von dem fremden Kriegshelden zögert sie zunächst jedoch dessen Liebe zu erwidern. Erst das aufmunternde Zureden ihrer Schwester Belinda und die Anteilnahme ihres ganzen Hofstaates helfen ihr, die Liebesangst zu überwinden und sich zu ihrer Liebe zu bekennen. Der glückliche Aeneas verspricht, seine Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

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Böse und Gut im immerwährenden Kampf: Wie die Unschuld, wie die Reinheit vernichtet zu werden droht, wie Ritterlichkeit und Heldenmut dem Bösen zu begegnen suchen...

Das Glück Didos erträgt ihre Gegnerin nicht. Die Zauberin ruft ihre Hexenbrut zusammen und verkündet, dass die Königin ihren Geliebten verlieren, Karthago schließlich zerstört werden muss. Ein Sturm soll entfesselt, Aeneas durch einen bösen Geist an den göttlichen Auftrag erinnert und zur schnellen Abreise angehalten werden.

Die Spielarten der Liebe: wie sie trifft, zagt, strahlt, tanzt, lacht, tändelt, verzehrt, abkühlt, streitet, quält, stirbt.....

Die Hofgesellschaft vergnügt sich bei der Jagd, erfreut sich an dem Glück des jungen Paares und huldigt ihm. Zur Unterhaltung wird eine alte Sage erzählt: Dieser freundliche Ort des Liebesglücks war einst Schauplatz einer blutigen Tragödie... Das von den Hexen herbeigezauberte Unwetter zieht auf und treibt die Jagdgesellschaft zur Flucht. Allein Aenas wird durch die Geist-Erscheinung der Zauberin zurückgehalten und zur sofortigen Weiterreise aufgefordert. Aeneas erkennt den Betrug nicht und verzweifelt. Die Zauberin triumphiert. Aeneas gehorcht und veranlasst den Aufbruch.

Aeneas scheut die Begegnung mit Dido und kümmert sich um seine Seeleute und die Vorbereitungen zur Abreise. Bei der Schiffsbesatzung herrscht freudige Aufbruchstimmung. Die Zauberin mit ihren Hexen frohlockt über das geglückte Ränkespiel: Dido wird sterben. Karthago zerstört werden. Durch einen neuen Zauber bewirkt sie, dass Aeneas das Böse mitnimmt auf seinem Schiff nach Italien.... Dido, unterrichtet über Aeneas‘ Verhalten, begreift nicht, was ihr widerfährt. Aeneas wagt es schließlich, Dido gegenüber zu treten, um Abschied zu nehmen. Als er in seinem Entschluss nochmals zu wanken beginnt, weist ihn die tief verletzte Dido brüsk und voller Verachtung ab. Aeneas geht. Dido stirbt und mit ihr die Liebe.

Das „Reich der Allegorien“ öffnet sich wieder und lässt sein Spiel von vorne beginnen. Und so erwacht auch drunten die Liebe aufs Neue und reiht sich ein in den ewigen Reigen aus Werden und Vergehen......