Orfeo et Euridice
Oper von Christoph Willibald Cluck
- Titel:
- „Orfeo ed Euridice“
- Spieloper in drei Bildern von Harald Kimmig - Libretto nach Texten des Arbeitskreises Mundart. Aufgeführt im Rahmen des Weidener Stadtschau-Spiels
- Aufführungen:
- 29. und 30. April 1994 jeweils um 20:00 Uhr
- Ort:
- Gustl-Lang-Saal, Max-Reger-Halle, Weiden
- Ausführende:
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- Orfeo:
- Countertenor Graham Pushee zeigte Weltklasseniveau
- Euridice:
- Martina Bovet
- Amore:
- Maria Gessler verkörperten ihre Rollen sängerisch und spielerisch bestens
- Bewegungsensemble:
- Dreißig begeisterte Bürgerinnen und Bürger
- Orchester:
- Barockorchester L' ARPA FESTANTE
- Opernchor:
- Weidener Kammerchor
- Regie:
- Dieter E.Neuhaus
- Musikalische Leitung:
- Peter Pollinger
Mehrere Voraussetzungen mussten zusammentreffen, damit 1994 die erste Weidener Opernproduktion entstehen konnte. Der Chorleiter hatte die Idee. Die damalige Vorstandschaft zog spontan mit.
Der Chor war bereit sich auf einen bis dahin noch nicht gekannten Zeitaufwand einzulassen. Ein Regisseur, der es gleichermaßen versteht mit Profis und Laien zu arbeiten, war in Dieter E. Neuhaus gefunden.
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Augustinus-Gymnasiums unter Leitung des Kunsterziehers OStR Roland Taubenberger konnte für das Bühnenbild und die Requisiten gewonnen werden. Dreißig begeisterte Bürgerinnen und Bürger erklärten sich bereit in einem die Szene bereichernden Bewegungsensemble mit zu machen. Mit dem Bau der Weidener Stadthalle waren die räumlichen Voraussetzungen geschaffen. Und wieder einmal ermöglichte der Oberbürgermeister Hans Schröpf die finanzielle Realisierung. Wie aber war die Reaktion der Öffentlichkeit nach zwei ausverkauften Vorstellungen?
Der Neue Tag schrieb: „Was die Produktion insgesamt bot, könnte manch einer etablierten Bühne weiterhelfen, die sich häufig mit weniger als dem frenetischen Beifall der Weidener zufrieden geben muss“.
So gelobt, war die Stimmung bei den Akteuren natürlich hervorragend. Dennoch soll nicht verschwiegen werden, dass vor dem Erfolg ein steiniger Weg lag. Alle Beteiligten konnten erfahren, dass der Ausspruch eines Kenners der Musiktheaterszene, der das Inszenieren einer Oper mit einem Tollhaus verglich, durchaus einen Wahrheitsgehalt hat. Denn viele „Köche“ arbeiten zusammen. Wenn auch der Requisiteur die schönsten Masken zaubert, muss sie der musikalische Leiter zum Singen noch nicht für geeignet halten. Oder die beste Idee des Regisseurs muss bei den Protagonisten noch lange nicht gleich auf Gegenliebe stoßen. Und natürlich wird ein Bühnentechniker beunruhigt, wenn man ihm Sand auf die Bühne bringen will, weil er fürchtet, die Bühnenmechanik könnte wegen Sand im Getriebe ausfallen. Es war nicht immer einfach, eine, für alle befriedigende Lösung zu finden. Um so erstaunlicher, mit wieviel Innovation immer wieder unüberwindlich scheinende Hindernisse beseitigt wurden. Vor allem eins scheint dies möglich gemacht zu haben: Angefangen von den Solisten bis hin zu den Bühnentechnikern der Max-Reger-Halle war die Zusammenarbeit immer von gegenseitiger Achtung und menschlicher Wärme geprägt. Neuland war nicht nur die Opernproduktion selbst, sondern auch die Zusammenarbeit mit einem Orchester, das auf historischen Instrumenten spielt. Hier musste der Chor erst die im Rahmen der historischen Aufführungspraxis übliche Phrasierung erlernen. Was ihm nach Auskunft des Chorleiters bewundernswert gut gelang.